Überwinterer

Kommender Herbst und Winter 2018

Die Schiersteiner Störche sind definitiv abgeflogen. Wir immer - nicht alle Störche. Da gibt es einige Störche, die unsere Gefilde zunehmend attraktiv finden. Kein Wunder, denn die Winter sind immer milder. Futter ganzjährig und keine gefrorenen Böden. Das finden die Störche gut.

Zum jetzigen Zeitpunkt können wir natürlich nicht sagen, welche Temperaturen der Herbst und Winter für uns bereit hält, aber mindestens 15 Störche haben wir jetzt schon im Gelände gezählt.

Wir wissen aus der Vergangenheit, dass im Herbst noch einige Tiere sehr oft "Auswärts" gastieren: Breckenheim, Nordenstadt, Walluf zum Beispiel. Alleine hier tummeln sich machnmal 10 Störche auf den Feldern, die augenblicklich Schierstein nicht zuzuordnen sind. Auch aus Budenheim erhalten wir Hinweise, dass vermehrt Störche gesichtet werden.

Wenn wir wieder so viele Störche im Winter 2017 zählen können, 25 Störche, dann ist klar, dass diese Tiere den Grundstock für die kommende Brutsaison in 2019 bilden werden. Das sind die ersten Störche, die in den vorhandenen Horsten die Heimkehrer/innen in Empfang nehmen.

Wir dürfen gespannt sein.

Winterstörche im Oktober 2015 gezählt

Winterstörche 2015

Zurzeit sind ca. 25 Störche in Schierstein geblieben. Man kann davon ausgehen, dass sie erfolgreich überwintern und in 2016 den Grundstock für ein erfolgreiches Storchenjahr bilden.

 

Überwinterer in Wiesbaden-Schierstein

Unsere Vereins-Chronik zeichnet die ersten Überwinterer zum Jahreswechsel 1984/85 erstmals auf; es überwintern keine Jungtiere: Die Aufzeichnungen erfolgen nicht kontinuierlich, da sich im Laufe der Jahre herausgestellt hat, dass in jedem Winter einige Faulpelze auf den Zug in die südlichen Überwinterungsgebiete verzichten und sie sozusagen zum Schiersteiner „Inventar“ gehören und nicht unbedingt mehr eigens erwähnt werden müssen. Die Überwinterer sind ausschliesslich Altstörche.

Normalerweise ziehen die Schiersteiner Störche Ende August/Anfang September auf der Westroute über die Straße von Gibraltar bis nach Mauretanien und Mali (Länder, aus denen uns Fundmeldungen erreichten).

Viele Störche bleiben inzwischen in Südspanien oder sogar Südfrankreich hängen. Zum Vergleich einige Zahlen:

1984/85 22 Störche haben den Winter gut überstanden
1993/94 14 Überwinterer
1995/96 20 Überwinterer
1996/97 16 Überwinterer
2003/04 24 Überwinterer
2004/05 29 Überwinterer
2005/06 47 Überwinterer !
2010/11 23 Überwinterer
2012/13 14 Überwinterer
2014 ca. 20 Überwinterer
2015 ca. 25 Überwinterer

Zufütterung eingestellt in 2005

Bis zum Jahre 2004 wurden die Überwinterer mit Eintagsküken zugefüttert; die Zufütterung wurde 2005 eingestellt. Grund: Störche sind wildlebende Tiere, die sich in ihrem Habitat selbst zurechtfinden und versorgen müssen. Im Winter finden sie an Flussläufen noch Fische, auf Deponien Mäuse und Essensreste. Störche sind Aasfresser und nehmen auch gern mal mit einer toten Maus vorlieb. Der Hintergedanke der Einstellung der Zufütterung war auch, die Störche zu motivieren, im Winter wieder zu ihren afrikanischen Futterplätzen aufzubrechen.

Warum viele Störche mittlerweile hier bleiben, hängt nicht unbedingt mit den veränderten Witterungsbedingungen zusammen. (Überwinterer gibt es auch in anderen Gegenden Deutschlands). Die Wissenschaftler versuchen gegenwärtig, dieses Phänomen zu entschlüsseln. Wir sind auf das Ergebnis gespannt.